Im Rahmen eines Antrages zur Organisation von Veranstaltungen in den Stadtbezirken zum Thema Sicherheit beschloss der Ausschuss für Sicherheit, Umwelt und Nachhaltigkeit im März 2026 die Definition von dem, was Sicherheit bedeutet, auszuweiten. Der Änderungsbeschluss bezog sich dabei explizit auf die Impulse, die wir als Netzwerk »Stadt für Alle« in 2025 rund um das Thema Sicherheit gesetzt hatten. Die Fraktion »Die Linke im Rat« hatte den Antrag zur Erweiterung des Sicherheitsbegriffs eingebracht.
Mit einer Flyeraktion bei der Bürgerkonferenz zum Thema Sicherheit und Ordnung im Mai, Stadtrundgängen und Veröffentlichungen mischten wir uns 2025 in den Kommunalwahlkampf ein und stellten die Frage „Was bedeutet eigentlich Sicherheit?“ Wir richteten den Blick auf das Thema Sicherheit aus der Perspektive von Menschen, die im öffentlichen Sicherheitsdiskurs keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielen: Geflüchtete, Wohnungslose oder Menschen aus der queeren Community. Dem Verweis auf Angsträume in der Stadt und dem Narrativ, dass die Gefahr von „fremden Männern“ ausgeht, stellten wir z.B. das Problem von häuslicher Gewalt entgegen. Der Flyer zur Bürgerkonferenz kann hier heruntergeladen werden und die Ergebnisse unserer Stadtrundgänge sind hier zu finden.
Der Beschluss des Ausschusses für Sicherheit, Umwelt und Nachhaltigkeit im Wortlaut:
Die Verwaltung wird beauftragt, unter Federführung des Referates für Krisenmanagement und Bevölkerungsschutz beginnend im Jahr 2026 dezentrale Veranstaltungsformate in den Stadtbezirken zu schaffen, die das Sicherheitsbewusstsein der Bürgerinnen und Bürger stärken, ihnen niedrigschwellige Informations- und Beteiligungsmöglichkeiten bieten und die die Zusammenarbeit relevanter Akteure fördern. Dabei ist ein umfassender, erweiterter Sicherheitsbegriff zu berücksichtigen, der Sicherheit nicht nur als Abwesenheit von Kriminalität, sondern als einen Zustand versteht, der die physische und psychische Unversehrtheit aller Menschen im Alltag schützt und soziale, strukturelle und subjektive Aspekte einschließt. Sicherheit umfasst demnach neben klassischer Gefahrenabwehr auch die Berücksichtigung von Bedrohungen in unterschiedlichen Lebenssituationen, die Wahrnehmung von Sicherheit im öffentlichen Raum, individuelle Unsicherheitsgefühle, sowie die Perspektiven vulnerabler Gruppen – etwa hinsichtlich Rassismus, Geschlechterdiskriminierung, häuslicher Gewalt, fehlender barrierefreier Mobilität oder Gefährdung im sozialen Umfeld. Die Erfahrungen mit den Sicherheitstagen in der Innenstadt aber auch von Kampagnen wie #besserbereit des Regionalverbands Ruhr von 2022 sollen dabei Berücksichtigung finden. Die Anbindung an bereits existierende Stadtteilfeste ist zu prüfen.
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